Sommerrollen mit Erdnusssauce und ein Besuch im Thaipark

Jaja, ich weiß Summerrolls sind voll 2014 oder 2015, vielleicht noch 2016, aber auf keinen Fall aktuell :) Ja, dann bin ich halt mal wieder ein bisschen später dran! Ich sage: na und??!?! 

Manchmal schafft man es eben nicht ganz so schnell, wie man sein möchte! Manchmal kommen Dinge dazwischen oder andere schieben sich auf der To Do-Liste still und heimlich davor. Manchmal gibt es eben auch wichtigeres...

Tatsächlich stehen die Rollen bei mir seit weit über 1 Jahr auf der Liste. Und vielleicht hätte ich sie sogar vergessen, bzw. es hätten sich immer mehr Dinge davor geschoben, wären wir nicht vor Kurzem in Berlin gewesen und hätten dort den Thaipark besucht... Für (Thai-)Food-Liebhaber und Foodies im Allgemeinen ist das ein Ort, an dem man sich kulinarisch hervorragend austoben kann. 

Wir waren bei sommerlichem Wetter dort und ganz angetan von der Kulisse... auf einer Wiese mitten in Berlin war ein Meer von bunten Schirmen zu sehen. Unter diesen Schirmen hockten asiatische Frauen und Männer, die größtenteils vor Ort thailändische (und andere asiatische) Köstlichkeiten zubereiteten, die wir, das war schnell klar, am liebsten alle probiert hätten. Es war wuselig voll und wir haben erst einmal eine Runde vorbei an allen Ständen gedreht, um uns einen Überblick zu verschaffen. 




Die Luft war voll mit verschiedenen exotischen Gerüchen, hier wurde gebrutzelt, da wurde gerollt, am nächsten Stand ein Salat gestampft.

Die Stände, an denen all die Leckereien zubereitet wurden, sahen einfach und oft improvisiert aus: Auf bunten Bastmatten wurden kleine Klapptische gestellt, auf denen dann die Köstlichkeiten präsentiert und teilweise eben auch vor Ort gebraten wurden - besonders spannend fand ich den Spritzschutz aus Pappe bei einem der Stände. :)

Dahinter hockten eben diese freundlichen ThailänderInnen (und sicher auch aus anderen asiatischen Ländern), die teilweise richtig viel zu tun hatten mit der Herausgabe Ihres Angebots. Häufig mit dabei war die ganze Familie, die mitgemacht hat, oder einfach nur unterstützend und unterhaltend zur Seite stand. Obwohl es so voll war und viel zu tun war, herrschte eine sehr familiäre und entspannte Atmosphäre, die förmlich auf die Besucher übersprang.

Wir kamen aus dem Staunen und Gucken auf jeden Fall nicht mehr heraus und es fiel uns sehr schwer uns zu entschieden, womit wir beginnen sollten. 

Nachdem wir uns nach ein paar Minuten in diese andere Welt eingefunden hatten, konnte es losgehen... ich habe mir nicht alle Namen der Gerichte sagen lassen oder aufgeschrieben, ich kann Euch aber sagen, es war einiges.

Mit Herrn Stiller habe ich mir - nach alter Streetfoodfestival-Manier - alles geteilt, damit wir besonders viel probieren konnten. Einiges haben wir fotografisch festgehalten, ein paar Naschereien, waren aber schneller weg, als ich ein Foto machen konnte :)

Neben unzählig vielen verschiedenen Versionen von gefüllten Teigtaschen, die frittiert, gebraten oder gedämpft waren, Reisgerichten mit Hähnchen oder Gemüse, frischem Obst, Salaten, Frühlingsrollen, Nudelgerichten, Suppen und auch ganzen gegrillten Fischen gab es auch "Besonderheiten" wie frittierte Heuschrecken, Kakerlaken und Raupen und, für mich persönlich ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig, Hühnerfüße. 

Man bekam Kokosnüsse, aus denen man das Kokswasser schlürfen konnte und Cocktails, die nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, mit einer süßen Siruppampe angemischt wurden, sondern mit frischen, guten Zutaten direkt vor unseren Augen. 

Auf den Bereichen hinter den Ständen machten es sich die Besucher teilweise sehr gut ausgestattet auf Decken gemütlich und genossen das gute Essen, die Gesellschaft, den Flair und einfach einen entspannten Sonntag Nachmittag. So haben wir es auch gehalten und uns einfach von der guten Stimmung tragen lassen. Anders, als ich es bisher kannte, exotisch, besonders und lecker!

Die Preise für all die Köstlichkeiten waren in meinen Augen absolut fair und weit unter dem, was man auf einem Streetfood-Festival bezahlen würde (wir haben zu zweit inkl. Cocktails und Bier knapp 40 € bezahlt und waren wirklich gut gesättigt). 

Der Thaipark findet bei gutem Wetter immer am Wochenende statt (schaut am besten mal auf der Homepage, die ich Euch oben verlinkt habe) und ein Besuch lohnt sich in meinen Augen total! Also, wenn Ihr in Berlin seid, dann nichts wie in den Preußenpark (so heißt der Park normalerweise ;) )! Da gibt´s am Wochenende das beste Essen!

Hmmmmm, so viel wollte ich Euch eigentlich gar nicht über unseren kleinen Ausflug erzählen! Ihr möchtet doch sicher das Rezept für diese wunderschönen, sehr gesunden und köstlichen Summerrolls haben, oder??!?! Die haben wir übrigens auch im Thaipark gegessen... deshalb mache ich sie heute auch. Sie waren einfach zu lecker! Damit holt Ihr Euch ein wenige Thai-Feeling nach Hause :)

Eigentlich könnt Ihr die Rollen mit jedem beliebigen Gemüse füllen, das Ihr roh verzehren könnt und möchtet. Wichtig ist nur, dass Ihr es in sehr feine Streifen schneidet. Ihr könnt sie mit Hühnchen, Schweinebauch oder Tofu füllen. Ich habe mich für eine vegetarische Variante mit Reisnudeln entschieden.  

Das Reispapier habe ich übrigens im Asialaden geholt, ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass man es in großem, gut sortierten Supermärkten bekommt, ebenso wie das Sesamöl und die Reisnudeln.

Rezept

Für 14 Summerrolls braucht Ihr:

14 Reispapierblätter (22cm Durchmesser -

und haltet lieber ein paar mehr bereit, falls Euch doch eins reißen sollte)

1 große Karotte

1/4 Rotkohl

100 g Reisnudeln

7 Salatblätter

1 rote Paprika

1/2 Bund Minze

1/2 Bund Koriander

1 daumengroßes Stück Ingwer (oder mehr)

einige Sesamsamen

1 TL Sesamöl

Wascht und schneidet Euer Gemüse in feine Stifte, die Salatblätter halbiert Ihr. Den Ingwer hackt Ihr fein. Zupft die Minze- und Korianderblätter von den Stielen.

Kocht die Glasnudeln nach Anleitung, lasst die abtropfen und gebt das Sesamöl hinzu. Rührt es kurz unter, damit die Nudeln nicht so sehr aneinander kleben. 

Füllt eine Pfanne mit etwas lauwarmem Wasser und legt ein Reispapierblatt hinein. Drückt es einige Sekunden unter, nach ca. 20-25 Sekunden ist es bereits biegsam.

Legt das Blatt auf eine saubere Arbeitsfläche und beginnt damit, es zu befüllen. Gebt je etwas des Gemüses, der Kräuter und der Reisnudeln in die Mitte und lasst dabei links, rechts und unten mindestens einen Rand von 2 cm, nach oben etwa 6 cm. D.h. Ihr legt alles eher in das untere 2/3 des Reispapierblattes. Klappt dann die linke und die rechte Seite nach innen und die untere Seite zur Mitte hoch. Rollt jetzt alles mit etwas gleichmäßigem Druck auf und verschließt es mit der oberen Seite. Das Reispapier klebt von alleine ... ihr werdet es merken, wenn Ihr damit arbeitet.

Wenn Ihr möchtet bestreut Eure Rollen noch mit ein paar Sesamsamen

Auch wenn sich das jetzt erst einmal nach Arbeit anhört... es ist kein Hexenwerk und ich hatte nach einigen Versuchen den Dreh raus.

Hier noch ein paar kleine Tipps:

  • Gebt zu Beginn nicht zu viel Gemüse hinein und tastet Euch lieber an die richtige Menge heran
  • Verteilt das Gemüse möglichst gleichmäßig - also nicht mehr in der Mitte als an den Rändern
  • Auch wenn das Reispapier sehr fragil aussieht, hält es doch einigen Druck aus. Ihr braucht also nicht zu zimperlich zu sein

Für eine wirklich leckere Erdnusssauce braucht Ihr:

100 g Erdnussbutter (ich mag lieber die ohne Stückchen)

80 ml Kokosmilch

2 EL Sojasauce

1 daumengroßes Stück Ingwer

1 Koblauchzehe

1/2 - 1 Chilischote (je nach Schärfe der Schote und Belieben)

2-3 TL Honig

1 EL Limettensaft

Schneidet den Knoblauch, den Ingwer und die Chilischote klein. Gebt alles zusammen mit den anderen Zutaten in eine hohes Gefäß und mixt es mit einem Pürierstab glatt... FERTIG!

Wenn Ihr es bis hier hin geschafft habt, seid Ihr wohl tatsächlich an der Zubereitung dieses gesunden Snacks interessiert :) Also solltet Ihr die Zutaten noch nicht zu Hause haben, sucht am besten den Asialaden Eures Vertrauens auf, besorgt alles und dann kann das Summerroll-Fest ja losgehen!

 

Ich wünsche Euch in jedem Fall viel Spaß beim Nachmachen und Vernaschen!

 

Herzlichst, Ria

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Kommentare: 4
  • #1

    Simone (Mittwoch, 16 August 2017 13:00)

    Liebe Ria,
    ich bin verliebt und ein wenig neidisch! Verliebt in deine Sommerrollen, die soeben auch auf meiner Liste deutlich nach oben gerutscht sind, und neidisch auf den Thaipark!
    Wir waren zwar eben erst in Berlin, aber leider nicht dort und von daheim aus isses einfach a Bissle weit. Seufz, beim nächsten Berlinbesuch...
    Liebe Grüße aus dem Süden
    Simone

  • #2

    Ria (Donnerstag, 17 August 2017 18:31)

    @Simone: Vielen Dank für die Blumen :) Und wenn Du mal wieder in Berlin bist: Ein Besuch lohnt sich wirklich... bis dahin, mach es wie ich und iß ein paar Sommerrollen :)
    Liebste Grüße, Ria

  • #3

    Kathy Loves (Sonntag, 20 August 2017 15:24)

    Verdammt, die sehen unglaublich lecker aus. Die Farben sind der Knaller!!
    Als ich das letzte Mal in Berlin war (vor eeeewigen Jahren) gab es diesen StreetFood Markt leider noch gar nicht. Hoffentlich schaffe ich es bald nochmal in die Hauptstadt!

    Liebe Grüße, Kathy

  • #4

    Ria (Samstag, 26 August 2017 00:07)

    @Kathy: Vielen Dank für die Blumen :) Ja, ein Besuch in Berlin lohnt sich auf jeden Fall! Und das nicht nur kulinarisch!
    Liebe Grüße, Ria