"Biohof Bursch: Ein Blick hinter die Kulissen" und Topinambur im Brötchen

Am letzten Wochenende durfte ich einen Blick hinter die Kulissen des Demeter-Biohofs Bursch in Bornheim werfen. Unter dem Thema "Biohof Bursch im Winter" sind einige Foodblogger aus der Region zusammen gekommen und gemeinsam sollten wir einige spannende Stunden auf dem Hof erleben.

Von Lothar Tolksdorf, der dort für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, wurden wir herzlich im gemütlichen Winterzelt begrüßt.

Bei Tee und Kaffee gab er uns einige Hintergrundinformationen zum Hof, die Ihr gut hier auf der Seite des Biohofs Bursch nachlesen könnt. 

Biohof Bursch im Winter - ein Foodbloggerrundgang

Unser Rundgang begann im Hofladen, in dem viel Obst und Gemüse aus eigenem Anbau angeboten wird. In der hofeigenen Küche werden eingeweckte und eingelegte Leckereien zubereitet, die dort auch verkauft werden... sauer eingelegte Gurken, Suppen, Kompott, Chutneys und Sauerkraut. Später am Tag durften wir uns auch ein wenig durch das Angebot futtern :) 

Der Hofladen wird im Frühjahr deutlich erweitert, es kommt eine Backstube hinzu, in die man dann während des Einkaufs blicken kann... so etwas mag ich ja sehr... und ein Bistro. Unser Weg führte uns also durch die noch nicht fertig umgebaute Halle zur Waschstrasse, in der das geerntete Gemüse einer ordentlichen Wäsche unterzogen wird. Das Waschen dient aber nicht nur dazu, die Erde abzuspülen,  das Gemüse wird währenddessen zusätzlich gekühlt, um die Frische möglichst lange zu erhalten. 

Lothar berichtete, wie extrem schnell das Gemüse vom Feld auf die Märkte gebracht wird. Das frische Gemüse wird in den Kühlhallen nur sehr kurz zwischengelagert, so dass z.B. Salat oder Spargel zur Saison innerhalb von 2,5 Stunden vom Feld frisch auf die Märkte kommen kann.

Der Biohof Bursch möchte weitgehend selbst seine Erzeugnisse vermarkten. So findet Ihr in der Köln/Bonner Region Stände auf z.Zt. 17 verschiedenen Öko- und Bio-Wochenmärkten.

rote Pak Choi - frisch gepflückt
rote Pak Choi - frisch gepflückt

In einem der Zelte, in dem im Moment roter Pak Choi gezogen wird (kann ich mir übrigens seeehr gut als Salat vorstellen), haben wir uns länger über Saisonalität und Regionalität unterhalten. Denn auch wenn der Biobauernhof 70 verschiedene Obst- und Gemüsesorten im Angebot hat, muss immer wieder Ware nachgekauft werden - die Nachkäufe sind übrigens immer in Bio-Qualität - , um saisonal bedingte Lücken, z.B. von Paprika oder Tomaten, auszugleichen. 

Würde der Hof dieses Gemüse nicht ganzjährig anbieten, so würde der Kunde leider wohl wo anders kaufen...

 

Weiter ging es zum Herzstück des Hofs: einem alten Holzfass!

Um dem Boden, der generell schon eine extrem gute Qualität hat (98 von 100 möglichen Punkten - so eine gute Bodenqualität gibt es in Deutschland sonst nur am Bodensee) hat, eine ganz besondere Behandlung zukommen zu lassen, wird er mit einem Hornkieselpräparat gespritzt, das in diesem Fass zubereitet wird. Das mit Hornkieseln versetzte Wasser wird mit einem Besen von Mitarbeitern gerührt und dieses dynamisierte Wasser wird dann auf die Felder gebracht. Lothar hat es mit Homöopathie für Pflanzen verglichen und ob man nun daran glaubt, oder nicht, der Hof hat mit dieser Behandlung sehr gute Erfahrungen gemacht.

Das Herzstück des Hofs ist ein altes Fass, in dem Wasser dynamisiert wird.
Das Herzstück des Hofs ist ein altes Fass, in dem Wasser dynamisiert wird.

Bevor wir in der Küche die leckeren veganen Suppen und Gemüsespeisen verkosten konnten, die Violetta, die für die Zubereitung aller Speisen auf dem Hof und für den Hofladen verantwortlich ist, für uns gekocht hat, haben wir uns noch angeschaut, wo das hofeigene Sauerkraut hergestellt wird. 

Der Hof bereitet pro Jahr ca. 40 Tonnen veganes Sauerkraut zu, das in riesigen Tonnen mit menschlicher Muskelkraft gestampft wird und übrigens sehr lecker schmeckt :)

Während des Essens kamen dann noch Heinz und Irene Bursch, die Geschäftsführer, dazu, die wir mit Fragen löchern konnten. Heinz Bursch plauderte über den Anbau von neuen oder alten und fast verloren gegangenen Gemüsesorten, wie dem Butterkohl. Und Violetta gab mir Tipps zum Kochen einer köstlichen Rote Beete Suppe... gut gestärkt ging es dann zurück ins Winterzelt. 

Der Vormittag auf dem Biohof Bursch hat mir sehr viel Freude bereitet und war extrem informativ. Da ich über den Demeter-Anbau noch nicht so viel wusste, habe ich begonnen, mich mit diesem Thema etwas mehr zu beschäftigen und finde es einfach sehr spannend und bemerkenswert, unter welchen strengen Regeln die Lebensmittel produziert werden. Solltet Ihr auch Interesse daran haben, klickt Euch doch einmal hier durch :) 

Wahrscheinlich wird es im Laufe des Jahres weitere Zusammentreffen auf dem Hof geben, bei denen wir uns dann den Anbau in den unterschiedlichen Jahreszeiten anschauen können. Ich würde mich freuen!!!

Ich möchte mich bei Lothar herzlich bedanken, der uns durch den Tag geführt und mit Geschichten und Informationen versorgt hat. Natürlich geht auch ein großes Dankeschön an Heinz und Irene Bursch, sowie Violetta: Das Essen war klasse!!!!

Ich war natürlich nicht alleine auf dem Hof zu Besuch... einige bekannte, liebe Blogger waren dabei, aber auch neue Gesichter:

Mandy von "Amandas Liebe"

Anna von "Vamily"

Christian von "Küchenjunge"

Daniela von "Danielas Foodblog"

Melanie von "melaniekirkmechtel.de"

Gabriela von "Blog-Salat"

Nicole von "Querbeet natürlich kochen" und

Sascha und Thorsten von "Die Jungs kochen und backen"

Wenn Ihr aus der Region kommt, Hofläden auch so sehr liebt wie ich, einfach mal einen Kaffee in einem gemütlichen Zelt mit wärmenden Öfen trinken möchtet, Euren Kindern zeigen wollt, wo das Gemüse her kommt oder etwas Bioobst- oder Gemüse braucht, dann besucht doch einfach mal den sympathischen Biohof. 

Auf dem Rückweg habe ich mir übrigens noch ein paar Knollen Topinambur eingepackt, die ich natürlich auch schon verwendet habe. Und da Ihr ja auch etwas von meinem Ausflug haben sollt, habe ich Euch das Rezept für saftige Brötchen mit Topinambur mitgebracht :)

Rezept

Für 6 Brötchen braucht Ihr:

400 g Dinkelmehl

1/2 Würfel Hefe

300 g Topinambur

1 TL Salz

1 EL Zucker

80 g Quark

80 ml Milch

Kocht den Topinambur für ca. 20 Minuten in gesalzenem Wasser.

Schreckt ihn mit kaltem Wasser ab und schält ihn.

Gebt das Mehl in eine große Rührschüssel.

Fügt den Topinambur mit der Hefe, dem Quark, der Milch, dem Zucker und dem Salz in ein hohes Gefäß und püriert alles mit dem Mixstab fein.

Fügt diese Masse zum Mehl und knetet alles ca. 10 Minuten mit den Knethaken Eurer Küchenmaschine oder des Handmixers durch.

Deckt den Teig, der nicht mehr am Schlüsselrand kleben sollte, mit einem feuchten Tuch ab und lasst ihn etwa 2 Stunden an einem warmen Ort gehen. 

Schlagt den Teig dann nieder, knetet ihn noch einmal mit den Händen durch (sollte er sehr feucht sein, fügt noch etwas mehr Mehl hinzu) und formt 6 gleich große Bällchen daraus. Legt sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und lasst sie noch einmal 45 Minuten gehen.

Heizt den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vor. Schiebt die Brötchen in den Ofen und stellt eine feuerfeste Schale mit Wasser auf den Ofenboden.

Backt die Brötchen etwa 20 - 25 Minuten, bis die Oberfläche beginnt, sich zu bräunen.

Lasst sie etwas abkühlen, bevor Ihr sie genießt.

Ich hoffe, Ihr hattet Spaß an den Infos über den Biohof Bursch. Möchtet Ihr mehr zum Thema Bio und Demeter erfahren? Schreibt mir sehr gerne einen Kommentar dazu :)

 

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachbacken und Vernaschen!!!

 

Herzlichst, Ria

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